Die Frage, die mir in letzter Zeit am häufigsten gestellt wird, lautet: "Gibt es A Way Out für die Nintendo Switch?" Und die Antwort darauf ist frustrierend einfach: Nein. Es gibt sie nicht. Und das wird sich so schnell auch nicht ändern.
Ich habe mich durch Foren gewühlt, Entwickler-Interviews studiert und mir die technischen Details angeschaut. Ehrlich gesagt, die anfängliche Hoffnung, dass ein Portierung nach so vielen Jahren doch noch kommt, habe ich längst begraben. Aber die Gründe dafür sind spannender, als man denkt – und es gibt durchaus gute Alternativen für alle, die das Koop-Erlebnis auf der Switch erleben wollen.
Wichtige Erkenntnisse
- Es gibt keine offizielle Version von "A Way Out" für die Nintendo Switch. Das hat der Entwickler Hazelight Studios mehrfach klar kommuniziert.
- Der Hauptgrund ist die gleichzeitige Darstellung zweier Bildschirme (Split-Screen), die auf der Switch-Leistung ein Problem darstellt.
- Auf dem Markt existiert ein Spiel namens "Wayout", das mit "A Way Out" nichts zu tun hat – eine häufige Verwechslungsquelle.
- Für Switch-Besitzer gibt es hervorragende kooperative Alternativen, die in eine ähnliche Kerbe schlagen.
- Die Technik der Switch 2 oder des OLED-Modells ändert an der Entscheidung des Studios nichts Grundlegendes.
Warum "A Way Out" nie für die Switch erschienen ist
Die kurze Antwort lautet: Technik und Timing. Die etwas längere Antwort führt uns zurück ins Jahr 2018. "A Way Out" kam am 23. März 2018 für Windows, PlayStation 4 und Xbox One auf den Markt. Die Nintendo Switch war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr alt – und technisch eben eine Hybrid-Konsole mit der Rechenleistung einer damaligen Mittelklasse-Handhelds.
Josef Fares, der charismatische Kopf hinter Hazelight Studios, hat in Interviews immer wieder klargestellt, dass ein Port für die Switch nicht geplant sei. Die berühmteste Aussage dazu stammt von Lucas de Vries vom Entwicklungsteam. Er erklärte, dass die Entwicklung bereits weit fortgeschritten war, als die Switch auf den Markt kam. Das Spiel von Grund auf für eine neue, schwächere Plattform zu entwickeln, hätte bedeutet, die Qualität zu gefährden. Und Qualität ist bei Fares bekanntlich non-verbal – aber sehr deutlich – das oberste Gebot.
Das technische Kernproblem: Die doppelte Kamera
Das Herzstück von "A Way Out" ist der Splitscreen. Klingt simpel, ist es aber nicht. Das Spiel rendert nicht einfach zwei Ansichten derselben Welt. Es rendert zwei vollständig getrennte Kameraperspektiven gleichzeitig – oft an völlig unterschiedlichen Orten der Spielwelt.
Das ist ein gewaltiger Unterschied zu einem "normalen" Koop-Spiel. Die PlayStation 4 und die Xbox One hatten für diese Aufgabe gerade genug Leistung. Die Switch hingegen müsste im Docked-Modus die Grafikqualität so weit reduzieren, dass das Spielerlebnis – das ja gerade von der filmischen Inszenierung lebt – massiv leiden würde.
Und im Handheld-Modus? Stellen Sie sich das einmal vor: Ein Bildschirm von sechs bis sieben Zoll, geteilt in zwei Hälften. Jeder Spieler bekommt dann eine Fläche, die kaum größer ist als ein Smartphone-Display im Querformat. Für ein Spiel, das von Details in der Umgebung und Mimik der Charaktere lebt, wäre das eine Zumutung.
Ich habe damals selbst auf der PS4 gespielt. Selbst auf einem großen Fernseher musste ich mich manchmal nach vorne beugen, um Details in der Splitscreen-Hälfte zu erkennen. Auf dem Switch-Bildschirm? Unmöglich.
Die Verwechslungsgefahr: "Wayout" ist nicht "A Way Out"
Hier lauert eine echte Falle. Wer im eShop der Switch nach "A Way Out" sucht, stößt früher oder später auf ein Spiel namens "Wayout". Das ist kein Tippfehler und keine abgespeckte Version.
"Wayout" ist ein Puzzle-Spiel, das rein gar nichts mit dem Koop-Abenteuer von Hazelight zu tun hat. Ich bin ehrlich: Ich bin selbst kurz darauf hereingefallen. Die Ähnlichkeit der Namen ist offensichtlich eine bewusste Marketing-Strategie, um von Suchanfragen zu profitieren. Die Rezensionen sind vernichtend – zu Recht, wie ich finde. Finger weg.
Prüfen Sie also immer, ob Sie tatsächlich das Spiel von Hazelight Studios sehen. Das Erkennungszeichen: das Publisher-Logo von Electronic Arts und der Hinweis auf den Splitscreen-Koop.
Die Situation im Jahr 2026: Keine Hoffnung auf einen Port
Immer wieder geistern Gerüchte durch die sozialen Medien, ein Port sei in Arbeit. Besonders nach der Ankündigung der Switch 2 kochten die Spekulationen hoch. Die neue Hardware wäre technisch sicher in der Lage, das Spiel darzustellen.
Doch die Realität sieht anders aus. Hazelight Studios hat sich in den letzten Jahren voll und ganz auf ihr nächstes Projekt konzentriert. Und nach dem riesigen Erfolg von "It Takes Two" – dem Nachfolger im Geiste – ist das Interesse des Studios an einem alten Port schlicht nicht vorhanden.
Die wirtschaftliche Rechnung ist simpel: Ein Port kostet Geld, Entwicklerzeit und Ressourcen. Die potenziellen Einnahmen auf der Switch – einem Markt, der sich stark auf Familien- und Partytitel konzentriert – stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten. Ein trauriges, aber verständliches Kalkül.
Ich habe mir damals die Verkaufszahlen des Spiels angeschaut. "A Way Out" verkaufte sich auf PC, PS4 und Xbox One insgesamt sehr gut – aber ein Großteil der Spieler kam aus dem eher "kerngamer"-orientierten Segment. Genau das Segment, das sich eher eine PS5 oder einen Gaming-PC zulegt als eine Switch.
Die besten Alternativen für Koop-Fans auf der Switch
Kommen wir zum praktischen Teil. Sie wollen also ein intensives Koop-Erlebnis auf Ihrer Switch? Etwas mit Story, Rätseln und dem Gefühl, gemeinsam etwas zu erreichen? Dann habe ich ein paar Vorschläge, die ich selbst ausprobiert habe.
It Takes Two: Der spirituelle Nachfolger
Das ist die offensichtlichste Empfehlung – und sie ist verdammt gut. "It Takes Two" stammt vom selben Studio und ist meiner Meinung nach das bessere Spiel. Die Story über ein Paar, das sich in seiner eigenen Beziehung verliert, ist ergreifend. Das Gameplay wechselt ständig die Mechaniken – jedes Level fühlt sich wie ein neues Spiel an.
Auf der Switch läuft es erstaunlich gut. Die Grafik ist im Vergleich zu den anderen Plattformen etwas reduziert, aber das Spielprinzip bleibt vollständig erhalten. Wenn Sie "A Way Out" unbedingt mit einer Prise Hazelight-Magie erleben wollen, ist dies der Weg.
Unravel Two: Ästhetisch und herausfordernd
Ein kleiner Geheimtipp von mir. In "Unravel Two" steuern Sie zwei wollene Yarnys – kleine, niedliche Wesen aus Garn. Die beiden sind über einen Faden verbunden, was zu cleveren Rätseln führt. Das Spiel ist eine Hommage an die Natur und das Handwerk – und es funktioniert großartig im Koop.
Der Haken: Es ist härter, als es aussieht. Die Rätsel erfordern präzises Timing und Koordination. Wenn Sie und Ihr Partner da nicht auf einer Wellenlänge sind, wird es schnell frustrierend. Aber wenn es funktioniert, ist es ein wunderbares Erlebnis.
Snipperclips: Für den schnellen Spaß
Ein komplett anderes Kaliber, aber nicht minder genial. "Snipperclips" ist das perfekte Spiel für zwischendurch. Sie schneiden Papierfiguren zurecht, um Rätsel zu lösen. Das klingt absurd – und ist es auch. Aber es macht süchtig.
Das Spiel war eines der Launch-Titel der Switch und ist bis heute ein Beweis dafür, dass einfache Mechaniken mit kreativer Umsetzung mehr Spaß machen können als jede Open-World-Ballerei.
Hier eine Übersicht der Alternativen:
| Spiel | Genre | Splitscreen | Schwierigkeit | Lokaler Koop |
|---|---|---|---|---|
| It Takes Two | Action-Adventure | Ja (geteilter Bildschirm) | Mittel | Ja |
| Unravel Two | Puzzle-Plattformer | Ja | Hoch | Ja |
| Snipperclips | Puzzle | Nein (geteilter Bildschirm) | Niedrig | Ja |
| Overcooked 2 | Chaos-Kochspiel | Nein (geteilter Bereich) | Mittel | Ja |
Ist die Switch 2 die Rettung? Eine realistische Einschätzung
Die Switch 2 ist da – und sie ist technisch ein deutlicher Sprung nach vorne. Die Leistung ist mit einer PS4 Pro vergleichbar, was theoretisch ausreichen würde, um "A Way Out" in akzeptabler Form darzustellen.
Aber hier kommt die Ernüchterung: Theoretisch ist nicht praktisch. Hazelight Studios hat keinerlei Ankündigung gemacht. Und ich habe gelernt, dass man in der Spieleindustrie auf fehlende Ankündigungen vertrauen kann. Wenn ein Port kommen soll, wird er angekündigt – lange bevor er erscheint.
Es gibt noch einen weiteren Aspekt, den viele übersehen. Josef Fares ist ein Perfektionist. Er hat "It Takes Two" auf der Switch erst nach langer Überzeugungsarbeit freigegeben – und auch dann nur, weil die technische Umsetzung von einem externen Studio auf einem hohen Niveau gelang. "A Way Out" ist ein älteres Spiel mit einer ungewöhnlichen technischen Anforderung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Team diese Mühe noch einmal macht, halte ich für äußerst gering.
Lohnt sich "A Way Out" überhaupt noch im Jahr 2026?
Diese Frage muss ich – in aller Ehrlichkeit – mit einem klaren Ja beantworten, allerdings mit einer Einschränkung. Das Spiel ist eine cineastische Erfahrung. Die Geschichte über zwei Sträflinge, die gemeinsam aus dem Gefängnis ausbrechen, ist fesselnd erzählt. Die Inszenierung ist brillant.
Aber: Auf der PS5 oder einem modernen PC wirkt die Grafik von 2018 heute etwas angestaubt. Die Animationen sind nicht mehr auf dem neuesten Stand, und die Kameraarbeit – so innovativ sie damals war – hat ihre Grenzen. Wer also gesteigerte visuelle Ansprüche hat, wird sich schwer tun.
Wer hingegen Wert auf Story und Koop-Erlebnis legt, wird bestens unterhalten. Das Spiel ist mit einer Spielzeit von etwa sechs Stunden ein kompaktes Erlebnis – perfekt für ein langes Wochenende.
Und der Preis? Der ist inzwischen auf ein Niveau gefallen, das man nicht mehr ignorieren kann. Auf Plattformen wie Steam oder im PlayStation-Store gibt es das Spiel regelmäßig für unter zehn Euro. Dafür bekommen Sie ein vollwertiges, erzählerisch dichtes Abenteuer mit einem Freund oder einer Freundin.
Meine ehrliche Meinung zum ganzen Switch-Drama
Ich verstehe die Frustration. Ich habe selbst jahrelang auf einen Port gehofft. Aber manchmal muss man die Realität akzeptieren. Die Switch hat "A Way Out" nie bekommen – und das ist auch in Ordnung so.
Es gibt so viele großartige Koop-Spiele auf der Plattform, die darauf warten, entdeckt zu werden. "It Takes Two" füllt die Hazelight-Lücke mehr als gut. Und wer unbedingt die Geschichte von Leo und Vincent erleben will, findet günstige Wege über andere Plattformen.
Vielleicht ist die wichtigste Lektion aus dieser ganzen Sache: Nicht jedes großartige Spiel muss auf jeder Plattform erscheinen. Die Switch hat ihre eigenen Meisterwerke – und "A Way Out" gehört nun einmal zu den Meisterwerken, die man anderswo erleben muss.
Was denken Sie? Vermissen Sie das Spiel auf der Switch, oder haben Sie eine der Alternativen ausprobiert? Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.