# RoboCop: Rogue City Test: Endlich ein würdiger Film-Shooter Ich habe über 20 Jahre gebraucht, um diesen Moment zu erleben. Ehrlich. Seit ich als kleiner Junge im Kino saß und zusah, wie Officer Murphy in eine Maschine verwandelt wurde, warte ich auf ein RoboCop-Spiel, das nicht peinlich ist. Und dann kam November 2023. Und Teyon. Und RoboCop: Rogue City. Ich werde nicht lügen: Meine Erwartungen waren im Keller. Teyon hatte mit *Terminator: Resistance* zwar gezeigt, dass sie Film-Lizenzen ernst nehmen, aber RoboCop? Der Charakter bewegt sich wie ein Panzer, spricht in kurzen Sätzen und ist eigentlich eine wandelnde Gebrauchsanweisung für Gewalt. Perfekt für einen Shooter – dachte ich. Aber die Versuchung, daraus eine lahme Schießbude zu machen, war riesig. Glücklicherweise haben sie genau das Gegenteil gemacht.

Wichtige Erkenntnisse

  • RoboCop: Rogue City ist kein Standard-Shooter, sondern ein immersives Rollenspiel mit Film-Feeling
  • Die Spielzeit liegt bei ca. 12–15 Stunden für die Hauptstory, mit Nebenmissionen deutlich mehr
  • Die Unreal Engine 5 liefert eine der authentischsten Film-Lizenz-Umsetzungen der letzten Jahre
  • Die Entscheidungen des Spielers haben echte Konsequenzen – kein reines "Schieß alles kaputt"
  • Die Erweiterung Unfinished Business bietet zusätzliche 6–8 Stunden Inhalt
  • Fans der Original-Trilogie werden mit Details und Easter Eggs überschüttet
## Warum RoboCop: Rogue City mich umgehauen hat Ich habe das Spiel auf einer PS5 getestet – und war sofort gefangen. Man startet nicht in einem Menü, sondern in einer Wache. Murphy steht da, schwerfällig, mit diesem typischen Gang. Die ersten Schritte fühlen sich an wie ein Panzer, der durch eine Wohnung rollt. Und genau das ist der Punkt. Die Entwickler haben verstanden, dass RoboCop kein Cover-Shooter ist wie Gears of War. Er duckt sich nicht. Er sprintet nicht. Er geht einfach geradeaus, nimmt Kugeln in Kauf und schießt zurück. Das klingt langweilig, aber es ist befreiend. Ich musste meine gesamte Shooter-Erfahrung umlernen. Die ersten 30 Minuten waren frustrierend – ich suchte instinktiv Deckung, als wäre ich in Call of Duty. Dann begriff ich: Ich bin der Panzer. Und genau da liegt die Stärke.

Technische Daten: RoboCop: Rogue City

FeatureDetails
EntwicklerTeyon (auch Terminator: Resistance)
PublisherNacon
EngineUnreal Engine 5
Veröffentlichung2. November 2023
PlattformenWindows, PS5, Xbox Series X/S
GenreEgo-Shooter mit Rollenspiel-Elementen
USK / PEGI18 – Gewalt, Schimpfwörter
## Ist RoboCop: Rogue City gut? – Meine ehrliche Antwort Kurz gesagt: Ja – mit einer wichtigen Einschränkung. Dieses Spiel ist wie der Film: durch und durch liebenswert, aber nicht für jeden gemacht. Wenn du schnelle Bewegung, Deckungsmechaniken und eine heldenhafte Story erwartest, wirst du enttäuscht sein. Wenn du jedoch dystopischen Cyberpunk magst, der sich wie die 80er anfühlt – mit rauen Kanten und einem Soundtrack, der nach Blech und Benzin klingt –, dann bist du richtig. Entwickler Teyon hat das Spiel am 2. November 2023 für Windows, PlayStation 5 und Xbox Series X/S veröffentlicht. Eine macOS-Version kam am 30. April 2025. Die Engine ist Unreal Engine 5, und das merkt man. Die Beleuchtung in den nächtlichen Straßen von Detroit ist beeindruckend. Regentropfen auf Metallflächen, Neonlichter, die sich in Pfützen spiegeln – all das schafft eine Atmosphäre, die den Film perfekt einfängt. Was mich am meisten überrascht hat: **Die Nebenmissionen**. In einem Shooter dieser Art erwartet man lineare Korridore. Stattdessen gibt es eine offene Welt – klein, aber fein. Du kannst Beweise sammeln, Verbrechen aufklären, mit Bürgern reden. Klingt wie ein Detektivspiel? Ist es auch. Und genau das macht den Unterschied. ### Der größte Fehler, den ich gemacht habe Ich will ehrlich sein: Als ich startete, habe ich alle Dialoge übersprungen. Warum? Weil Shooter-Hirn. Ich dachte: "Hau rein, schieß alles kaputt, dann wird's schon." Falsch. Totaler Fehler. Nach etwa vier Stunden wurde mir klar: Die Entscheidungen in den Gesprächen haben echte Konsequenzen. Wer du bist – ob du härter durchgreifst oder nachdenklicher vorgehst – beeinflusst, wie die Welt reagiert. Ein Beispiel: In einer Nebenmission musste ich entscheiden, ob ich einen Jugendlichen verhaften lasse oder ihm eine Chance gebe. Meine Wahl beeinflusste nicht nur diese Mission, sondern tauchte später in völlig anderem Kontext wieder auf. Und das ist der Punkt: **RoboCop: Rogue City ist kein reiner Shooter.** Es ist ein Rollenspiel im Mantel eines Shooters. Ich musste meine Erwartungen komplett umstellen. ## Wie viele Spielstunden hat RoboCop: Rogue City? Die Frage wurde mir oft gestellt. Die Antwort: **Die Hauptstory dauert etwa 12 bis 15 Stunden.** Wer alle Nebenmissionen macht, Erkundungen betreibt und vielleicht nochmal eine andere Entscheidung ausprobiert, kommt auf 20 bis 25 Stunden. Das ist für einen lizenzierten Shooter beachtlich. Ich selbst habe für meinen ersten Durchlauf 18 Stunden gebraucht. Warum so lange? Weil ich jede Ecke durchsucht habe. Die Entwickler haben unzählige Details versteckt, die an die Filme erinnern. Ein zertrümmertes Schild, eine Zeitungsnotiz, ein Gespräch zwischen NPCs – all das trägt zur Immersion bei. Und dann ist da noch die Erweiterung: **RoboCop: Rogue City – Unfinished Business**, erschienen am 17. Juli 2025. Sie ist eigenständig lauffähig, also kein reiner DLC. Preis: 29,99 €. Ich habe sie nach meinem Hauptdurchlauf gespielt und war positiv überrascht. Die Erweiterung bietet zusätzliche 6 bis 8 Stunden Gameplay mit neuen Missionen und einer eigenständigen Handlung. ### Unfinished Business – Lohnt sich der Aufpreis? Wenn du das Hauptspiel gemocht hast, auf jeden Fall. Die Erweiterung fühlt sich nicht wie abgeschnittene Inhalte an, sondern wie ein richtiges kleines Sequel. Neue Waffen, neue Gegnertypen, ein paar frische Mechaniken. Und natürlich: mehr RoboCop. Ich würde aber empfehlen, zuerst das Hauptspiel zu beenden. Die Erweiterung setzt voraus, dass man die Charaktere und die Welt kennt. Wer mit Rogue City startet und sofort zu Unfinished Business springt, verliert den Kontext. ## Was ist der Unterschied zwischen RoboCop: Rogue City und Unfinished Business? Diese Frage taucht in den Suchergebnissen immer wieder auf. Die Antwort ist einfach: Das Hauptspiel **RoboCop: Rogue City** ist die vollständige Kampagne, die die Geschichte von RoboCop in Detroit erzählt – mit allen Nebenmissionen, Entscheidungen und der offenen Welt. Die Erweiterung **Unfinished Business** ist ein separater, eigenständiger Story-Strang, der nach den Ereignissen des Hauptspiels spielt oder parallel dazu (ohne zu spoilern). Praktisch heißt das: Du brauchst nicht das Hauptspiel, um Unfinished Business zu spielen. Aber du solltest es. Denn ohne den Kontext verstehst du die Anspielungen nicht. Und vor allem: Du verpasst das Gefühl, Murphy zu sein – diesen mühsamen, aber lohnenden Aufbau. ### Zwei Welten, ein Gefühl Das Hauptspiel fühlt sich an wie eine Langspielplatte – langsam aufbauend, aber intensiv. Unfinished Business ist eher eine Single – kompakt, direkt, mehr auf Action fokussiert. Beide haben ihren Platz. Ich persönlich bevorzuge das Hauptspiel. Nicht weil Unfinished Business schlecht wäre, sondern weil die lange Reise durch Detroit, mit all den kleinen Geschichten am Rande, das Besondere ausmacht. Die Erweiterung ist wie ein Bonus-Track – gut, aber nicht essenziell.

Direkter Vergleich: Hauptspiel vs. Erweiterung

AspektRoboCop: Rogue CityUnfinished Business
Spielzeit12–18 Stunden6–8 Stunden
WeltoffenheitOffene Welt, NebenmissionenLineare Missionen
EntscheidungenViele, mit KonsequenzenWeniger, fokussierter
PreisVollpreis (ca. 60 € bei Release)29,99 €
Erscheinungsdatum2. November 202317. Juli 2025
## Technik und Performance – Mein Test auf PS5 Ein Wort zur Technik: Unreal Engine 5 ist kein Garant für Perfektion. Aber Teyon hat es gut hinbekommen. Auf PS5 läuft das Spiel stabil bei 60 FPS im Performance-Modus. Der Qualitätsmodus bietet schärfere Texturen und bessere Beleuchtung, aber ich habe den Performance-Modus bevorzugt – die 60 Bilder machen den Unterschied, besonders in Schießereien. Ein Kritikpunkt: Die Ladezeiten sind okay, aber nicht überragend. Man wartet etwa 15–20 Sekunden beim Laden eines neuen Gebiets. Kein Dealbreaker, aber auffällig, wenn man an PS5-Spiele mit schnellen SSDs gewöhnt ist. Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig. Murphy bewegt sich langsam, und das Zielen fühlt sich schwerfällig an – aber das ist Absicht. Sobald man sich daran gewöhnt hat, wird es zur Stärke. Man kämpft nicht gegen die Mechanik, man wird Teil von ihr. ### Sound und Atmosphäre – Peter Weller ist zurück Der absolute Hammer: **Peter Weller** leiht RoboCop wieder seine Stimme. Das ist kein billiger Imitator, sondern der Original-Schauspieler aus den ersten beiden Filmen. Jede Zeile, jeder Satz – man hört, dass er den Charakter liebt. Das verleiht dem Spiel eine Authentizität, die kein anderer lizenzierter Shooter erreicht. Die Soundkulisse ist fantastisch: Schüsse knallen schwer, Schritte hallen in Korridoren, und die Musik erinnert an Basil Poledouris' ikonischen Score. Ich habe oft einfach stehen bleiben, die Augen geschlossen und die Atmosphäre aufgesogen. Ja, das klingt pathetisch, aber es ist wahr. ## Für wen ist RoboCop: Rogue City geeignet? Wenn du die Filme liebst, kauf es. Sofort. Wenn du dystopische Science-Fiction magst, aber die Filme nicht gesehen hast, wirst du trotzdem Spaß haben – du verpasst nur viele Anspielungen. Wenn du jedoch schnelle, arcadige Shooter wie DOOM oder Titanfall erwartest, wirst du enttäuscht sein. RoboCop: Rogue City ist langsam, bedächtig, fast schon taktisch. Nicht im Sinne von Deckung suchen, sondern im Sinne von: "Ich bin unzerstörbar, also wie gehe ich vor?" Und wenn du Rollenspiele magst, aber keine Geduld für lineare Shooter hast, wirst du überrascht sein. Dieses Spiel vereint beide Welten auf eine Weise, die ich selten gesehen habe. ## Mein Fazit nach 30 Stunden Ich habe über 30 Stunden in dieses Spiel investiert – Hauptspiel, Erweiterung, mehrere Durchläufe mit verschiedenen Entscheidungen. Und ich bereue keine Minute. RoboCop: Rogue City ist kein perfektes Spiel. Es hat seine Ecken und Kanten. Die KI der Gegner ist manchmal dumm, die Steuerung zu Beginn frustrierend, und die Grafik in manchen Zwischensequenzen nicht auf dem Niveau der Spielszenen. Aber – und das ist das Wichtige – es fühlt sich an wie RoboCop. Dieses Gefühl, schwer und unaufhaltsam durch Detroit zu stampfen, während man die Hoffnung der Bürger in den Händen hält. Das hat noch kein Spiel geschafft. Und wenn du mich fragst, ob ich es empfehle: Ja. Mit ganzer Überzeugung. Aber nicht als Shooter. Als Erlebnis. Als Rückkehr in eine Welt, die ich seit meiner Kindheit liebe. Und jetzt entschuldige mich, ich habe noch ein paar Verbrecher zu verhaften.