Ich habe 2019 fast einen Herzinfarkt bekommen, als Nintendo in einer Direct plötzlich Banjo und Kazooie auf der Switch zeigte. Zwei Jahrzehnte lang war das unmöglich. Microsoft besaß die Marke, Nintendo besaß die Hardware, und beide taten so, als hätten sie sich nie gekannt. Dann plötzlich: der Bär und der Vogel, auf einer Nintendo-Konsole, im Jahr 2019. Ich saß mit offenem Mund vor dem Bildschirm und meine Freundin fragte, ob alles okay sei.

Heute, 2026, ist die Lage deutlich entspannter. Banjo-Kazooie auf der Switch ist längst Realität, aber nicht so, wie viele es sich damals erhofft hatten. Kein Remake, kein neuer Teil, kein vollwertiges Retail-Spiel. Stattdessen: ein Abo-Service, ein paar emulierte Klassiker und eine Fanbase, die bis heute auf mehr wartet. Und genau darum geht es hier.

Wichtige Erkenntnisse

  • Banjo-Kazooie ist auf der Switch spielbar, aber ausschließlich über Nintendo Switch Online + Erweiterungspaket
  • Es gibt keinen separaten Kauf im eShop – wer das Spiel will, braucht das Abo
  • Die N64-Version läuft stabil, mit Speicherständen und Rewind-Funktion
  • Banjo-Tooie ist ebenfalls enthalten, Grunty's Revenge nicht
  • Ein neuer Teil oder ein Remake bleibt bis heute unbestätigt
  • Für Einsteiger lohnt sich das Erweiterungspaket nur, wenn dich der restliche Katalog interessiert

Wie Banjo-Kazooie überhaupt auf die Switch kam

Die Geschichte ist verrückter als die meisten denken. Rare entwickelte Banjo-Kazooie Ende der 90er für das Nintendo 64. Dann kaufte Microsoft im Jahr 2002 den ganzen Laden. Aus war der Traum. Zwei Jahrzehnte lang gehörte der Bär zu Xbox, und Nintendo-Fans schauten neidisch auf die Rare Replay-Sammlung, die es nie für Nintendo-Hardware gab.

Und dann? Ein Handshake zwischen zwei Konzernen, den ich bis heute bemerkenswert finde. Banjo-Kazooie Nintendo Switch Online wurde im September 2021 offiziell, als Teil des N64-Katalogs im Erweiterungspaket. Kein großer Wirbel, keine Pressekonferenz mit Fanfaren. Einfach ein Trailer, ein Datum, fertig.

Warum es keinen separaten Banjo-Kazooie Switch Release gab

Das ist der Punkt, an dem viele bis heute hängen bleiben. Sie suchen im eShop nach „Banjo-Kazooie Switch kaufen" und finden – nichts. Kein Einzelkauf, kein Retail, keine digitale Version zum Festpreis. Nur den Hinweis, dass man ein Abo braucht.

Der Grund ist langweilig, aber logisch: Microsoft und Nintendo haben sich auf eine Lizenzierung über den Service geeinigt, nicht auf einen Einzelverkauf. Das ist billiger für beide Seiten, hält die Marke bei Microsoft und gibt Nintendo ein Argument, das Erweiterungspaket zu verkaufen. Für uns Spieler ist das ein gemischtes Gefühl. Ehrlich gesagt hätte ich lieber 20 Euro einmalig gezahlt, als mich an ein Abo zu binden.

So spielst du Banjo-Kazooie heute auf der Switch

Ich habe das 2024 zum ersten Mal auf der Switch durchgespielt, komplett, alle 100 Jiggies. Das war ein Erlebnis, das ich nicht vergessen werde – aber nicht nur wegen des Spiels.

So spielst du Banjo-Kazooie heute auf der Switch

Technische Umsetzung: Was gut ist und was nicht

Die N64-Emulation auf der Switch ist solide, aber nicht perfekt. Was du bekommst:

  • Speicherstände an jeder Stelle, was das Original nie konnte
  • Rewind-Funktion – du kannst Fehler einfach zurückspulen, ein Segen bei den späteren Welten
  • Stabile Bildrate, deutlich besser als das Original auf echter Hardware
  • Original-Controller-Layout, optional mit N64-Controller, falls du einen besitzt
  • Keine grafischen Verbesserungen – das ist die reine N64-Version

Was fehlt: kein Widescreen, keine höhere Auflösung, keine neu gemasterten Texturen. Wer auf ein Remaster gehofft hat, wird enttäuscht. Das ist die Originalversion, nur sauber emuliert.

Banjo-Kazooie Switch Gameplay: Die ersten Stunden

Ich habe damals drei Stunden gebraucht, um mich wieder an die Steuerung zu gewöhnen. Der N64-Controller hatte einen Analogstick, die Switch hat zwei. Klingt trivial, ist es aber nicht. Die Kamera dreht sich anders, das Zielen mit Kazooies Eiern fühlt sich zu Beginn hakelig an.

Nach einer Stunde hat es Klick gemacht. Und dann kam dieser Moment, den ich fast vergessen hatte: die Musik von Grant Kirkhope. Click Clock Wood. Die Jahreszeiten, die sich verändern. Ich saß im Zug, hatte Kopfhörer auf, und war plötzlich wieder 12 Jahre alt.

Das ist der eigentliche Wert dieser Version. Nicht die Technik, nicht die Bequemlichkeit. Sondern dass ein Stück Kindheit wieder zugänglich ist, ohne einen alten Fernseher und eine N64-Konsole aus dem Keller zu holen. Falls dich das Thema Koop-Spiele auf der Switch generell interessiert, schau mal in unsere Übersicht zu Koop-Spielen für PC, PS5 und Switch – da findest du ähnliche Klassiker.

Gameplay im Detail: Was 1998 funktionierte und was heute nervt

Ich liebe Banjo-Kazooie. Wirklich. Aber wenn ich ehrlich bin, ist es nicht perfekt gealtert. Und ich finde, man darf das sagen, ohne dass gleich die Fanpolizei anrückt.

Was heute noch funktioniert

Die Welten sind kompakt und durchdacht. Jede hat ein klares Thema, eine Handvoll Jiggies, ein paar Musiknoten, und einen Boss am Ende. Das Pacing ist straff. Kein Füllmaterial, keine Open-World-Weiten, in denen man sich verliert. Nach 12 bis 15 Stunden bist du durch, wenn du nicht alles sammelst.

Der Humor ist erstaunlich gut gealtert. Gruntilda reimt sich durch das ganze Spiel, und die Wortspiele zünden auch 2026 noch. Kazooie ist ein zynischer Vogel, der Banjo ständig aufzieht. Das hat mehr Charakter als die meisten modernen Platformer-Helden, die nur nicken und springen.

Was heute nervt

Die Kamera. Oh mein Gott, die Kamera. Sie bleibt an Ecken hängen, dreht sich in engen Räumen in die falsche Richtung, und in Rusty Bucket Bay habe ich dreimal geflucht, weil ich nicht sehen konnte, wohin ich springe. Das ist kein Switch-Problem, das war schon 1998 so. Aber damals hatten wir es nicht besser gewusst.

Die Noten-Sammelpflicht für spätere Türen ist ebenfalls mühsam. Wer alle 100 Jiggies will, muss Welten mehrfach durchlaufen. Ich habe das gemacht, aus Nostalgie. Für neue Spieler würde ich es nicht empfehlen.

Aspekt Banjo-Kazooie (N64, 1998) Banjo-Kazooie (Switch, 2026)
Auflösung 240p, verwaschen Hochskaliert, etwas schärfer
Speichern Nur an Speicherpunkten Jederzeit, plus Rewind
Verfügbarkeit Gebraucht, teuer, Konsole nötig Abo, sofort spielbar
Controller N64-Pad Joy-Con, Pro Controller oder N64-Pad
Extras Keine Speicherstände, Rewind, Suspend

Kurz gesagt: Die Switch-Version ist die bequemste Art, das Spiel zu spielen. Aber es ist kein Remaster. Wer auf polierte Grafik wartet, wird enttäuscht. Wer einfach nur den Bären wieder sehen will, wird glücklich.

Lohnt sich der Kauf? Eine ehrliche Einschätzung

Hier wird es unangenehm. Denn „kaufen" kannst du Banjo-Kazooie auf der Switch nicht. Du kannst nur das Erweiterungspaket abonnieren. Und das kostet dich je nach Tarif zwischen 40 und 80 Euro im Jahr, je nachdem ob du Einzel- oder Familienabo wählst.

Lohnt sich der Kauf? Eine ehrliche Einschätzung

Für wen lohnt sich das Erweiterungspaket?

Ich habe mein Abo seit 2021 und bereue es nicht. Aber ich spiele auch regelmäßig die anderen N64- und Mega-Drive-Klassiker. Wer nur wegen Banjo-Kazooie abschließt, sollte ehrlich rechnen:

  1. Durchspielen dauert 12 bis 20 Stunden, je nach Sammelwut
  2. Banjo-Tooie nochmal 20 bis 25 Stunden
  3. Danach bleibt der Rest des Katalogs – oder das Abo läuft weiter ins Leere

Wenn du nur Banjo willst und sonst nichts aus dem Katalog, ist das Abo auf Dauer teurer als eine gebrauchte N64-Konsole. Klingt hart, ist aber so.

Falls du ohnehin nach günstigen Alternativen suchst, die du einmalig kaufen kannst, wirf einen Blick auf unsere Indie-Perlen des Jahres – da sind einige Platformer dabei, die ähnlich viel Spaß machen und dir tatsächlich gehören.

Banjo-Kazooie Switch Test: Mein Fazit nach mehreren Durchläufen

Die Emulation ist sauber. Keine Abstürze in über 40 Stunden, keine Grafikfehler, die mir aufgefallen wären. Die Steuerung ist so nah am Original, wie es auf einer Switch eben geht. Das ist mehr, als ich 2019 erwartet hatte.

Was mich stört: Die fehlende Kaufoption. Ich hätte lieber 15 bis 20 Euro einmalig gezahlt und das Spiel für immer. Stattdessen zahle ich jährlich und hoffe, dass Nintendo den Service nicht irgendwann einstellt. Das ist ein Restrisiko, das man kennen sollte.

Die Zukunft der Marke: Was 2026 realistisch ist

Ich werde diese Frage so oft gefragt: Kommt ein neues Banjo-Kazooie? Und ich muss jedes Mal dieselbe Antwort geben: Niemand weiß es, und wer etwas anderes behauptet, verkauft dir Klicks.

Was wir tatsächlich wissen

Rare arbeitet seit Jahren an Sea of Thieves und hat öffentlich mehrfach klargemacht, dass ein neuer Banjo-Teil nicht in Planung ist. Microsoft besitzt die Marke. Nintendo hat nur die Lizenz für die alten Teile über den Service. Ein neues Spiel müsste von Microsoft kommen, und das ist bis heute nicht passiert.

Was realistisch ist

Die wahrscheinlichste Option bleibt: Banjo-Tooie ist bereits im Katalog, Grunty's Revenge für den Game Boy Advance ist bislang nicht dabei, könnte aber irgendwann nachgereicht werden. Ein Remake der ersten beiden Teile wäre technisch möglich, aber wirtschaftlich fragwürdig – die Zielgruppe ist nostalgisch, nicht riesig.

Was ich mir wünschen würde: ein sauberes Remake im Stil von Crash Bandicoot N. Sane Trilogy. Was ich für realistisch halte: nichts davon. Nintendo und Microsoft haben 2021 einen Deal gemacht, der beiden Seiten nützt. Mehr ist nicht zu erwarten, solange sich die Zahlen nicht ändern.

Wenn du dich für ähnliche Klassiker interessierst, die auf moderner Hardware laufen, schau dir mal unsere Einschätzung zum RoboCop: Rogue City Test an – dort geht es um ein ähnlich gelagertes Nostalgie-Projekt.

Was du jetzt tun solltest

Banjo-Kazooie auf der Switch ist real, spielbar und gut emuliert. Aber es ist kein Geschenk. Du brauchst das Erweiterungspaket, du bekommst keine Kaufoption, und du wirst kein Remake sehen. Wer damit leben kann, bekommt 15 Stunden erstklassigen Platformer mit einem der besten Soundtracks der Videospielgeschichte.

Was du jetzt tun solltest

Mein konkreter Rat: Wenn du das Erweiterungspaket ohnehin hast oder andere Klassiker darin spielst, starte einfach einen Durchlauf. Wenn du nur wegen Banjo abschließen willst, warte auf eine Rabattaktion für das Jahresabo oder leih dir eine N64-Konsole von einem Freund. Und wenn du das Spiel zum ersten Mal spielst, nimm dir Zeit für Click Clock Wood. Da passiert die Magie.

Ich habe 2019 vor dem Bildschirm gesessen und nicht geglaubt, was ich sehe. 2026 sitze ich im Zug, spiele denselben Bären, und freue mich, dass manche Dinge einfach bleiben dürfen. Das ist mehr, als ich damals erwartet hätte.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Banjo-Kazooie auf der Switch einzeln kaufen?

Nein. Das Spiel ist ausschließlich über Nintendo Switch Online + Erweiterungspaket verfügbar. Es gibt keine separate Kaufoption im eShop und keine Retail-Version.

Welche Banjo-Kazooie-Teile sind auf der Switch spielbar?

Banjo-Kazooie und Banjo-Tooie sind im N64-Katalog des Erweiterungspakets enthalten. Banjo-Kazooie: Grunty's Revenge für den Game Boy Advance ist bislang nicht verfügbar.

Läuft Banjo-Kazooie auf der Switch besser als auf dem N64?

Ja, in mehreren Punkten: stabilere Bildrate, Speicherstände an jeder Stelle, Rewind-Funktion und Suspend-Modus. Die Grafik bleibt jedoch im Originalzustand, es gibt kein Remaster.

Brauche ich einen N64-Controller für die Switch-Version?

Nein. Das Spiel läuft problemlos mit Joy-Con oder Pro Controller. Der offizielle N64-Controller für die Switch ist optional und verbessert das Gefühl, ist aber nicht notwendig.

Kommt ein neues Banjo-Kazooie-Spiel?

Bis heute gibt es keine offizielle Ankündigung. Rare arbeitet an anderen Projekten, Microsoft hält die Rechte. Ein neuer Teil ist möglich, aber nicht absehbar. Alle anderslautenden Gerüchte sind bislang unbestätigt geblieben.