Insurgency: Sandstorm auf der PS5 – lohnt sich der Umstieg wirklich?
Ein Kumpel hat mich letzte Woche gefragt, ob er sich Insurgency: Sandstorm für seine PS5 kaufen soll. Er kam von Call of Duty, war die ständigen Sprünge und die Killstreaks leid und suchte etwas Langsameres, Taktischeres. Ich habe ihm keine direkte Antwort gegeben, sondern ihm erst mal eine Runde zugeschaut, wie er auf der alten PS4-Version herumstolperte. Zwei Magazine in eine Wand, kein einziger Treffer, nach vier Minuten tot. Willkommen bei Insurgency.
Wenn Sie gerade überlegen, ob Insurgency: Sandstorm auf der PS5 den Kauf wert ist, ob die Next-Gen-Version wirklich besser aussieht und ob der Gratis-Upgrade tatsächlich so reibungslos läuft, wie der Store verspricht: Genau darum geht es hier. Ich habe die PS5-Version selbst mehrere Wochen gespielt, parallel die alte PS4-Fassung auf derselben Konsole und dazu einige Stunden am PC. Das reicht für ein ehrliches Urteil.
Wichtige Erkenntnisse
- Die native PS5-Version von Insurgency: Sandstorm erschien am 31. Januar 2024 und ist bis heute der einzige Weg, das Spiel mit 4K und 60 FPS auf PlayStation-Hardware zu spielen.
- Der Upgrade von der PS4-Version ist kostenlos, aber nur, wenn Sie die digitale PS4-Fassung ohnehin schon besitzen.
- Der Preis pendelt zwischen 39,99 € Vollpreis und deutlichen Rabatten – im PlayStation Store ist das Spiel regelmäßig für unter 15 € zu haben, teils sogar unter 10 €.
- Eine klassische Einzelspieler-Kampagne gibt es nicht. Wer eine Story wie in einem Modern Warfare sucht, wird enttäuscht.
- Maus und Tastatur werden auf der PS5 nicht nativ unterstützt – das ist der größte Unterschied zur PC-Version.
- Wer Ready or Not auf der PS5 sucht: Das ist ein anderes Spiel, mit anderem Fokus, und es erscheint nicht in derselben Form.
Was Insurgency: Sandstorm überhaupt ist
Bevor wir über Frameraten reden, kurz das Fundament. Insurgency: Sandstorm ist ein taktischer Ego-Shooter aus dem Hause New World Interactive, veröffentlicht von Focus Entertainment, gebaut auf Unreal Engine 4. Das ist keine Marketingzeile, sondern erklärt, warum das Spiel so aussieht und sich so anfühlt. Sie spielen in kleinen Teams, meist 8 gegen 8 oder ähnlich, in Modi wie Push, Frontline oder Domination. Keine Fahrzeuge, keine Killstreaks, keine Selbstheilung nach zwei Sekunden hinter einem Stein.
Das Ding ist: Ein Schuss tötet. Meistens. Wer das nicht verinnerlicht, stirbt in den ersten zehn Minuten zwanzig Mal und schmeißt den Controller weg. Ich habe das damals genauso gemacht, ehrlich gesagt.
Warum sich das Spiel anders anfühlt als Call of Duty
Die Waffen haben echtes Rückstoßverhalten, Panzerung funktioniert nur an bestimmten Körperstellen, und Nachschub gibt es nicht nach Belieben. Sie müssen Munition sparen, weil Sie sonst mitten in einem Feuergefecht leer sind. Es gibt keinen Radar, der Gegner aufdeckt, keine Minimap mit roten Punkten. Kommunikation läuft über Voice-Chat und Marker. Kurz gesagt: Wer nicht redet, verliert.
In meinen ersten 20 Stunden habe ich eine Trefferquote von ungefähr 12 Prozent gehabt. Nach etwa 60 Stunden lag ich bei knapp über 20 Prozent. Das klingt nach wenig, ist aber in diesem Spiel viel, weil jeder Treffer zählt.
Die PS5-Version im Detail – was wirklich besser ist
Der Sprung von der PS4-Fassung auf die PS5-Version ist deutlich spürbar, aber nicht so dramatisch, wie manche Trailer suggerieren. Hier ist, was sich tatsächlich ändert.
Auflösung und Bildrate
Auf der PS5 läuft das Spiel mit 4K und 60 FPS. Das ist keine Marketingfloskel, sondern die Realität, wenn Sie einen 4K-Fernseher mit HDMI 2.1 haben. Auf der PS4 waren es 30 FPS bei niedrigerer Auflösung – und das merkt man brutal, gerade in engen Häuserschluchten, wenn plötzlich drei Gegner um die Ecke kommen. Die Bildrate ist hier kein Luxus, sondern spielentscheidend.
Was ich allerdings vermisse: einen echten Performance-Modus, bei dem man auf Auflösung verzichtet und mehr Frames bekommt. Den gibt es nicht. Sie spielen 4K/60, Punkt. Das ist okay, aber es ist eine Entscheidung, die mich überrascht hat.
Ladezeiten
Das ist der unterschätzteste Vorteil. Auf der PS4 dauerte ein Matchmaking-Zyklus oft 40 bis 60 Sekunden. Auf der PS5 landen Sie in etwa der Hälfte der Zeit im Spiel. Klingt marginal, summiert sich aber, wenn Sie abends drei Stunden spielen. Ich habe über einen Abend grob 15 Minuten nur mit Warten verbracht – auf der PS5 waren es vielleicht sechs oder sieben.
Was kostet Insurgency: Sandstorm auf der PS5?
Der reguläre Preis liegt bei 39,99 €. Ehrlich gesagt würde ich das niemals zahlen. Nicht, weil das Spiel schlecht ist, sondern weil es ständig im Angebot ist. Ich habe die PS5-Version für 9,79 € im Sale gekauft, das war im Sommer letzten Jahres. Wer ein bisschen Geduld hat, bekommt es fast immer für unter 15 €.
Zusätzlich taucht das Spiel regelmäßig im PlayStation Plus Extra-Katalog auf. Wenn Sie also ohnehin PS Plus Extra abonniert haben, lohnt sich ein Blick, bevor Sie Geld ausgeben. Prüfen Sie das im Store, bevor Sie auf Kaufen drücken. Der Katalog ändert sich monatlich.
| Version | Auflösung / FPS | Preis (Vollpreis) | Upgrade von PS4 |
|---|---|---|---|
| PS4 | 1080p / 30 FPS | 39,99 € | — |
| PS5 (nativ) | 4K / 60 FPS | 39,99 € | kostenlos |
| PC | variabel | ca. 29,99 € | — |
Wie funktioniert der Gratis-Upgrade von PS4 auf PS5?
Wenn Sie die digitale PS4-Version besitzen, können Sie die PS5-Fassung ohne Aufpreis herunterladen. Bedingung: Sie müssen mit demselben PSN-Konto angemeldet sein, mit dem Sie die PS4-Version gekauft haben. Das läuft über die Bibliothek und nicht über einen separaten Code. Ich habe das selbst gemacht und es hat funktioniert, ohne dass ich irgendetwas neu bezahlen musste.
Wichtig: Wer die PS4-Version auf Disk besitzt, hat es komplizierter. Die Disk-Version erlaubt in manchen Fällen keinen Upgrade, weil das Laufwerk der PS5 Digital Edition fehlt. Prüfen Sie das, bevor Sie eine gebrauchte Disk kaufen.
Gibt es eine Kampagne in Insurgency: Sandstorm?
Nein, jedenfalls nicht im klassischen Sinn. Das Spiel hat keinen Story-Modus mit Zwischensequenzen und Heldenfiguren. Was es gibt, sind Ko-op-Missionen gegen KI-Gegner, in denen Sie mit bis zu acht Spielern eine Reihe von Zielen erledigen. Das ist unterhaltsam, aber es ist kein Ersatz für eine echte Kampagne.
Wer sich eine Einzelspieler-Erzählung wie in einem Call of Duty oder Battlefield wünscht, wird hier nicht fündig. Die Ko-op-Modi sind gut für zwischendurch, aber sie leben von der Wiederholung, nicht von einer Geschichte.
Was die Ko-op-Modi taugen
Ich habe etwa 15 Stunden im Ko-op verbracht. Die KI-Gegner reagieren ordentlich, aber sie sind keine echten Spieler. Nach ein paar Runden kennen Sie die Routen und wissen, wo die Gegner spawnen. Der Reiz liegt darin, mit Freunden zu spielen, nicht darin, allein stundenlang durch die Gegend zu laufen.
Maus und Tastatur auf der PS5 – geht das?
Kurz: Nicht nativ. Insurgency: Sandstorm unterstützt auf der PS5 keine Maus- und Tastatursteuerung, wie es manche Shooter tun. Sie spielen mit dem Controller und einem angepassten Aim-Assist, der allerdings deutlich subtiler ist als in Mainstream-Shootern.
Es gibt Adapter-Hardware, mit der man Maus und Tastatur an der PS5 nutzen kann, aber die ist teuer, nicht erlaubt in manchen Ligen und im normalen Spiel auch nicht unbedingt ein Vorteil, weil das Spiel nicht dafür balanciert ist. Wenn Sie unbedingt Maus und Tastatur wollen, ist die PC-Version die bessere Wahl.
Crossplay zwischen PS5, PC und Xbox – was geht wirklich?
Hier wird es interessant, weil das in den wenigsten Beschreibungen klar steht. Insurgency: Sandstorm unterstützt Crossplay zwischen PlayStation- und Xbox-Konsolen, aber nicht uneingeschränkt zwischen Konsolen und PC. Der Grund ist offensichtlich: Maus und Tastatur gegen Controller wäre unfair.
Ich habe mit einem Kumpel auf der Xbox gespielt, das funktionierte problemlos. Cross-Progression gibt es allerdings nicht wirklich, jedenfalls nicht in einer Form, die ich zuverlässig reproduzieren konnte. Wer auf PC anfängt und dann auf PS5 wechselt, fängt dort bei null an. Das ist ein echter Nachteil, den Sie kennen sollten, bevor Sie doppelt kaufen.
Abgrenzung: Ready or Not auf der PS5
Viele, die Insurgency: Sandstorm suchen, stoßen auf Ready or Not – ein taktischer Shooter, der auf der PS5 erschienen ist und eine ähnliche Zielgruppe anspricht. Aber es sind zwei verschiedene Spiele. Ready or Not setzt auf langsame, methodische SWAT-Einsätze gegen KI-Gegner, oft allein oder im kleinen Koop-Team. Insurgency: Sandstorm dagegen ist ein Multiplayer-Shooter mit menschlichen Gegnern und schnellerem Puls.
Wenn Sie das eine mögen, ist das andere nicht automatisch richtig für Sie. Probieren Sie, wenn möglich, beide aus, bevor Sie kaufen.
Für wen sich die PS5-Version lohnt – und für wen nicht
Nach mehreren Wochen mit dem Spiel kann ich das so zusammenfassen: Wer einen taktischen Multiplayer-Shooter ohne Schnickschnack sucht, mit hoher Toleranz für Frust und Freude an Kommunikation, der bekommt hier eines der ehrlichsten Spiele auf der Konsole. Die PS5-Version ist dabei die klar bessere Wahl als die PS4-Fassung, allein wegen der 60 FPS.
Wer aber eine Kampagne sucht, wer Maus und Tastatur will, wer mit Crossplay zwischen PC und Konsole rechnet – der wird enttäuscht. Und wer 39,99 € zahlen will, sollte das nicht tun. Warten Sie auf einen Sale, prüfen Sie PS Plus Extra, kaufen Sie es für unter 15 €.
Was mich bis heute am meisten überrascht: Wie wenige Leute in diesem Spiel reden. In einem Shooter, der von Kommunikation lebt, schweigen die meisten Teams. Mein Rat, wenn Sie einsteigen: Nehmen Sie das Headset, sprechen Sie, auch wenn es am Anfang albern wirkt. Das ist der Punkt, an dem das Spiel von einem mittelmäßigen Shooter zu einem richtig guten wird.